News-Archiv

28. Juni 2010

Gefiederte Gäste:

Weißstörche im Allwetterzoo

 

Storchenhorst im Allwetterzoo

 

Nicht nur die Zoobewohner bieten spannende Tiererlebnisse. Wer durch den Allwetterzoo geht, sollte hin und wieder auch nach oben blicken. Es gibt hier unzählige gefiederte Gäste! Manchmal streiten diese sich - so wie auf unserem Foto, auf dem eine Rabenkrähe einen Weißstorch attackiert.

 

Vorsicht -  Hier wird nicht geklotzt sondern gekleckertBeobachten Sie doch einmal einen der insgesamt zwölf Storchenhorste im Zoogelände: Sie werden feststellen, dass diese sogar Untermieter haben: Im „Kellergeschoss“, dem Unterbau der eindrucksvollen, bis zu 1,5 Meter hohen Horste, brüten Spatzen, manchmal sogar Dohlen - und fliegen fleißig ein und aus. Eisvögel, Grünspechte, Graureiher - die im und vom Zoo lebende Vogelschar ist vielfältig und begeistert nicht nur Ornithologen. Die auffälligsten Gäste sind allerdings die Weißstörche.

 

Die ersten frei fliegenden Weißstörche kamen 1997 in den Zoo. Mittlerweile, im Sommer 2010, ziehen in zwölf Horsten im Zoo Störche ihren Nachwuchs auf. Inzwischen sind die im Mai geschlüpften Jungvögel so groß, dass sie stehend auf die fütternden Eltern warten - gut zu sehen auf unserem Foto oben rechts. Zu erkennen sind die Jungen an den dunkleren Schnäbeln. Die Jungstörche werden demnächst erste Flugversuche machen und Ende August gen Süden aufbrechen. Einige kehren vermutlich in zwei bis drei Jahren nach Münster zurück – so wie ein 2007 im Allwetterzoo beringter Storch. Er zieht in einem Baumhorst an der Streichelwiese mit seinem Partner zwei Junge auf.

 

Einige „unserer“ Störche stammen aus Süddeutschland, aus Holland oder Frankreich. Doch nicht bei allen ist die Herkunft bekannt. Viele tragen keine Ringe, wie Michael Tillmann feststellte. Der Lehrer und Storchenexperte beobachtet die Zoo-Störche seit Jahren und gibt seine Erkenntnisse an uns weiter. Leider werden auch viele der bei uns geschlüpften Jungstörche nicht beringt. Manche Horste sind selbst mit dem Leiterwagen der Feuerwehr nicht zu erreichen. In diesem Jahr verhinderte außerdem das Brutgeschehen bei den Gänsegeiern die Beringung etlicher Jungstörche. Unsere beiden Geierpaare, die erstmals seit Jahren wieder in der Voliere brüteten und derzeit zwei Küken aufziehen, durften nicht gestört werden. Dabei gibt es auf der Großflugvoliere - hoch über den Geiern – sogar sechs Horste.

 

StorchenringAm 9. Juni beringte Michael Klein den Nachwuchs von zwei Storchenpaaren. Der Mitarbeiter der Biologischen Station Rieselfelder gelangte mit einem Hubsteiger an den Baumhorst über der Streichelwiese. Hier wachsen derzeit zwei Störche heran. Den Horst auf dem Dach des Tropenhauses mit nur einem Jungstorch erreichte er über Leitern. Die drei Jungvögel tragen nun einen sogen. ELSA-Ring und sind bei der Vogelwarte Helgoland registriert. Insgesamt gibt es bei uns in diesem Jahr mindestens 24fachen Weißstorch-Nachwuchs. Seit 1997 wuchsen im Allwetterzoo mehr als 110 Jungstörche heran.

 

Michael Klein beringte aber nicht nur im Zoo den Storchennachwuchs. In Münster ist man stolz auf vier Weißstorch-Paare mit elffachem Nachwuchs außerhalb des Zoos: Zwei Horste gibt es in den Rieselfeldern, zwei weitere im ländlichen Bereich bei Albachten und Nienberge. Nach dem Schlupf der Küken Ende Mai war die Witterung günstig und das Nahrungsangebot groß. Es gab Regenwürmer und Mäuse satt! Vielleicht entwickelt sich Münster ja noch zur „Storchenstadt“…

 

Informationen über Weißstörche beim NABU

Website der Biologischen Station Rieselfelder


 

 


 


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